Silikonscharniere, wie ich sie selbst herstelle
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Silikonscharniere, wie ich sie selbst... Erweitern / Minimieren
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Anonymous
verfasst 13.02.2001 11:29:20




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Silikonscharniere,
wie ich sie mir seit Jahren herstelle.
Seit über
zwei Jahrzehnten habe ich bei Zweckmodellen oft, wenn es sich anbot
Silikonscharniere für Querruder, Flapse, wie auch Höhen - und
Seitenruder verwendet.

Ich habe dafür immer, vor allem auch aus rationellen Gründen die 400ml
- Kartuschen verwendet. Da ich bis zur Rente 1997 eine
Elektronikwerkstatt über 21-Jahre an der UNI - Bielefeld/OSK leitete,
hatte ich ausreichende Möglichkeiten diverse Produkte zu testen, da wir
fast alle beweglichen Verbindungen mit Produkten auf Silikon- oder
PU-Basis erstellten, wofür sehr viel Argumente sprachen, wovon ich
einige  voran erwähnen möchte.

1.) Gegen
Wasser, Laugen, Säuren, Verdünnungen, wovon allerdings die auf
Benzolbasis beruhten ausgenommen sind, ist Silikon resistent.

2.) Sind diese
Verbindungen leicht mit Hilfe z. B. eines Messers oder auch Stahllinial
wieder trennbar, obwohl sie durch hohe mechanische Dauerbeanspruchungen
sehr haltbar sind.  Ich hatte einmal bei einem Flächenbruch, wo
die Fläche aus Styro-Apachi und 2K-Lackierung bestand, die Fläche,
deren Querruder ebenfalls fast an der gleichen Stelle gebrochen war und
die Silikonverbindung nur an der Bruchstelle gerissen war, alles ohne
große Mühe wieder zusammenflicken können, ohne Silikon verwenden zu
brauchen.

3.) Sollte das
Silikon jedoch einmal reissen, kann sofort der Defekt durch Silikon auf
Silikon beseitigt werden, da es miteinander eine Verbindung eingeht.

Voraussetzungen für
exakte Verbindungen mit den Materialien sind allerdings, dass auf
fettfreien, staubfreien und wasserfreien Untergrund geklebt wird.

Es haftet auf
Metallen, Epoxyd- und Polyester-Harzen, Kunstharzlackierungen,
2-K-Lackierungen, Bügelfolien. Holz muss allerdings vorher Lackiert
werden.

Es haftet nicht auf
PVC, Teflon und ähnlichen Materialien, die man aber sehr gut für
Trennfugen und ä. verwenden kann.

Das optimalste
Silikon für Scharniere, was ich z. Z. verwende,  ist ein
hochflexibles Produkt, was für Aquarienverklebungen hergestellt wird.
Seit einigen Jahren gibt es bei einigen Fabrikaten den
PVC-Drehkappenverschluss, der ganz gut die Spritzdüse verschließt und
ein aushärten bei längerer Lagerung verhindert.

Am Anfang schneide
ich mir (meist schon vorhanden) einen kleinen keilförmigen Spachtel aus
Hart-PVC, was auch ein Abfallrest von einer stabilen Kabinenhaube sein
kann, den ich als Werkzeug zum verstreichen in den Fugen als Spachtel
verwende.

Doch nun zur
Klebetechnik.


Die Ruder, Flapse und feststehenden Teile, sind sie lackiert oder
GFK-beschichtet, werden wie oben schon erwähnt fettfrei gemacht, wobei
ich in letzter Zeit, die mit Silikon einzustreichenden Stellen mit, in
ein wenig  Wasser aufgelöstem Waschpulver einstreiche und danach
mit klarem Wasser abspülen und trocknen lasse. Ist ein Primer vorhanden
(nicht unbedingt erforderlich) einstreichen und nachdem er angetrocknet
ist wird mit Tesafilm das Ruder unter zu Hilfenahme eines 1,5 bis 2mm
dicken Balsa Streifen, der als Abstandhalter am feststehenden Teil
fungiert, festgeklebt. Es hat sich bewährt eine 1-2mm breiten Abstand
z. B. bei Fläche und Querruder zu haben. Tesafilm verwende ich deshalb,
da man sehr gut erkennen kann, ob auch alles gut festklebt um später
ein unterkriechen des Silikon  zu vermeiden. Meist drücke und
ziehe ich mit einem Hart-PVC-Teil oder Fingernagel an den Kanten vorher.
Danach klebe ich, um ein durchhängen und verziehen des Filmes zu
vermeidender, 1- bis 2- Lagen Tesakrepp oder Malerabdeckband.

Nachdem die für einen gleichen Abstand sorgenden Balsastreifen
herausgenommen sind, wird das Silikon in die Klebefuge eingebracht und
mit den vorher beschriebenen 1mm dicken PVC oder aus anderem Material
wie Holz geschnittenen Keil verstrichen.

Ich empfehle etwas sparsam mit dem Silikon zu sein und besser, wenn das
Ruder zu labil ist mit Silikon nachzuarbeiten. Man kann zwar, was ich
auch schon gemacht habe, wenn zu viel Silikon verwendet wurde und das
Ruder zu schwer geht mit einem rundem Skalpell einen Keil heraus
schneiden, was aber, wer schon einmal Silikon geschnitten hat weiß, was
das für eine Viehcherei ist.

Während der Aushärtung oder wie man es bei Silikon auch nennt
Reaktionszeit, sollte das Band oder der Tesafilm auf jeden Fall nicht
abgezogen werden, da sonst Reste  vom Silikon haften bleibt und die
Fuge unansehnlich wird. Ich habe mir die immer wiederkehrende Neugier
verkniffen und erst nach einem vollen Tag danach es heruntergezogen.
Auch dieses erfordert eine gewisse Übung, wobei die Kenntnisse beim
Abkleben in der Lackiertechnik übernommen wird. Immer  mit dem
Tesa am Tesa lang ziehen und niemals hochziehen.

Ach ja , fast hätte ich vergessen noch darauf hinzuweisen, dass während
der Aushärtung das Ruder exakt fixiert sein muss, da nach der Aushärtung
ein Versatz und andere Mißstände nicht mehr oder kaum zu korrigieren
sind.

Erwähnen möchte ich
noch, dass manche Voll-GFK-Modelle die Ruder ebenfalls mit
Silikonscharniere ausgestattet sind. Nach längeren robusten, auch
Wettbewerbsbetrieb kann es sein, vor allem wenn ein Silikon verwendet
wurde, was keine große Flexibilität hat und das freiliegende
verwendete Balsaholz in der Fuge nicht behandelt wurde, dass sich das
Silikon löst. Hier empfehle ich das Holz mit einem Kunstharzklarlack zu
bestreichen und nach dessen Aushärtung das Scharnier wieder
herzustellen. Ich habe schon bei sehr gut gearbeiteten GFK-Modellen es
erlebt, dass nur eine Klebewurst, die nicht verstrichen war man von
einem Ende bis zum anderen diese Silikonwurst abziehen konnte.

Bei diesen GFK-Modellen sind die Scharnierfugen meist nur auf
0,5mm-Breite zu bringen.


Günter Hager



Beitrag #939
Anonymous
verfasst 05.10.2006 10:53:39




Waow, sowas suche ich doch, alte "Modellbaufüchse" die uns anfängern echt was beibringen.
Vielen Dank
Klaus
Beitrag #940
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